Jotunheimen National Park 2/2
5.Tag: Russvatnet-Glitterheim
(Russvatnet-Veodalen-Glitterheim)
Diese Etappe führte uns entlang der Gletscher des Veobreen.
Da das Wetter leider nicht besonders gut war mussten wir auf die
angekündigten herrlichen Ausblicke auf Norwegens höchste
Gipfel leider verzichten. Unser Weg führte zuerst am Russvatnet
entlang, auf dessen Halbinsel wir einen tollen Zeltplatz fürs
nächste mal entdeckten.
Dann ging es in einem nicht mehr Enden wollenden Anstieg über
einen Pass ins Veodalen, in dem wir schon von weitem die Hütte
Glitterheim sehen konnten. Da Schilder das Übernachten nahe
der Hütte verboten schlugen wir unser Zelt noch diesseits des
Flusses an einem seiner Seitenarme auf. Da alle Bäche im Veodalen
von Gletschern gespeist werden, waren wir zum ersten Mal gezwungen
trübes Wasser zu trinken. Sicherheitshalber gaben wir immer
einige Tropfen Reinigungsllösung zu unserm Trinkwasser und
hatten somit nie Probleme.
6.Tag: Glitterheim-Spiterstulen
(Glitterheim-Glittertind-Spiterstulen)
Unser erstes Ziel war die Hütte Glitterheim in der wir uns
nach den Wegverhältnissen für Norwegens zweithöchsten
Berg, den Glittertind, erkundigten. Der Glittertind ist nämlich
ein Gletscher, und erst nachdem man uns versichert hatte, dass es
ein völlig spaltenfreier zugeschneiter Gletscher sei entschieden
wir uns zur Überschreitung. Der Anstieg mit dem vielen Gepäck
war ziemlich beschwerlich, aber ansonsten problemlos, da der Gletscher
einem großen Schneefeld glich.
Einzig und allein der Nebel im Gipfelbereich bereitete uns einige
Sorgen, da die Nordkante des Berges beinahe senkrecht abfällt,
und wir außer unsrer GPS Peilung keinen Anhaltspunkt für
den Gipfel hatten. Aber als wir schließlich am höchsten
Punkt standen, der wie in Norwegen üblich nicht markiert war,
konnten wir kurzzeitig durch die Nebelfetzen sogar das herrliche
Panorama genießen. Über lange Schneefelder, die wir teilweise
zu Rutschpartien nutzten, ging es dann ins Visdalen hinunter. Schon
von weitem konnten wir das Hotel in Spiterstulen erkennen, das normalerweise
als Ausgangspunkt für Galdhøppigen und Glittertind genutzt
wird, da es über eine Strasse erreichbar ist. Allerdings schien
uns der Anstieg von Glitterheim auf den Glittertind wesentlich einfacher
als der von Spiterstulen. Ein Stück das Tal hinauf schlugen
wir an diesem Abend unser Zelt auf.
7.Tag: Spiterstulen-Langvatnet
(Spiterstulen-Visdalen-Leirvassbu-Langvatnet)
Unser Führer beschrieb den heutigen Abschnitt als durch das
"liebliche Visdalen". Da es aber den ganzen Tag schüttete,
hatten wir davon recht wenig. Denn die niedrigen Wolken verwehrten
uns jeden Blick auf die umgebenden Gletscher, und bei Regen und
Nebel erschien uns das liebliche Tal nach einiger Zeit ziemlich
trostlos.
Dies war der einzige Tag auf der unserer Tour, an dem wir uns für
eine Weile in die Hütte Leirvassbu zurückzogen, um uns
bei Kakao und Kuchen zu wärmen und zu trocknen. Die Hütten
auf dieser Tour sind mehr oder minder einen Tagesmarsch voneinander
entfernt. Ein Zelt erleichtert die Planung allerdings ungeheim,
da man stoppen kann wann immer man möchte und durch das "Jedermans
Recht" das Zelt fast überall aufschlagen kann. Wir übernachteten
diesmal am Langvatnet, einem wunderschönen See, der zum Abschluss
diese Regentages sogar noch ein paar Sonnenstrahlen abbekam.
8.Tag: Langvatnet-Eidsbuggarden
(Langvatnet-Raudalsbandet-Mjolkedalen-Eidsbuggarden)
Nach dem nassen Tag von gestern wurde es heute schön, so dass
wir diese letzte Etappe bei strahlendem Sonnenschein zurücklegten.
Der Weg war war nicht besonders steil, aber ziemlich beschwerlich,
da etliche teilweise noch zugeschneite Bolder Felder zu durchqueren
waren. Mehr als einmal verschwand einer von uns bis zu den Hüften
in einem Loch, und es bedurfte immer der gemeinsamen Anstrengung
um sich wieder zu befreien.
Gegen Nachmittag trafen wir dann immer mehr Tagesausflügler,
die von Eidsbuggarden ins Mjolkedal aufstiegen, um sich den beeindruckenden
Gletscher, dessen Zunge sich weit ins Tal vorarbeitet, anzusehen.
Gegen Abend erreichten wir unseren Ausgangspunkt, und waren froh
den Camper unversehrt wiederzusehen.
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