____Schwingis Reisen

Trecking in Norwegen

   

 

Hardangervidda

Durchquerung eines einsamen und wilden Hochplateaus, das 1000 Meter über den Fjorden liegt.

Gehzeit: 5+1 Tage

Anfahrt:
Diese Tour beginnt bei der Hütte von Haukeliseter, die ein beliebter Touristen Stop auf der Strasse nach Bergen ist. Da es sich bei dieser Tour um eine Durchquerung handelt, muss man entweder am Anfang oder am Ende der Wanderung den Bus nehmen, um zum Auto zurückzukehren.

Da wir von Norden kamen und außerdem am Ende der Wanderung nicht noch einen Tag im Bus verbringen wollten, ließen wir den Camper in Kinsarvik stehen, und nahmen den Express Bus Richtung Oslo, der uns über Odda nach Haukeliseter brachte. Diese Anfahrt dauerte fast den ganzen Tag, da wir in Odda umsteigen mussten, so dass es am ersten Abend gerade noch für ein paar Stunden wandern reichte. Dabei führte der Weg ziemlich direkt nach Norden Richtung Hellevasbu.

1.Tag: Haukaliseter-Hellevasbu

Diese erste Etappe, die wir schon am Abend zuvor begonnen hatten, brachte uns direkt in die riesige Vidda (Hochplateau) hinein. Die Orientierung auf dieser Tour war um einiges einfacher als im Jotunheimen, da es sich um eine sehr beliebte und eher einfache Tour handelt und die Wege entsprechend gut begangen und markiert sind.

Dies bemerkten wir auch recht bald, als uns immer wieder Wanderer, teilweise sogar ganze Familien, entgegen kamen, die neben ihrem Zelt fast alle auch eine Angel mit dabei hatten. Gelegenheit zum Angeln gab es dabei den ganzen Tag über zur genüge, da der Weg durch eine hügeliges Hochmoor führte, das mit Seen übersäht war. Als wir uns am späten Nachmittag Hellevasbu näherten war es noch zu früh um zu stoppen, und so beschlossen wir noch ein Stück weiter zu wandern bevor wir unser Nachtlager aufschlugen.

2.Tag: Hellevasbu-Litlos

Nach einem leicht verregneten gestrigen Tag wurde es heute schön, so dass wir in der Früh hoffnungsvoll mit T-shirt starteten. Leider bemerkten wir bald, dass dies ein Fehler war, denn der Sonnenschein war zwar herrlich, aber wir waren nicht die einzigen die sich daran erfreuten. Auch Scharen von Mücken, und zwar richtig große Biester, nutzten das Wetter zum Energie tanken. So bleib uns nichts anderes übrig, als wieder lange Ärmel anzuziehen, und jede freie Körperstelle mit Schutzmittel einzureiben.

Dabei ein Hinweis: Autan mag unsere Mücken beeindrucken, die norwegischen scheinen es zu mögen. Deshalb unbedingt etwas stärkeres besorgen, am besten in Norwegen selbst! Als wir gegen Mittag dann auf einen Höhenzug kamen, wurden die Mücken weniger, und es boten sich uns herrliche Ausblicke. Besonders der Harteigen, ein Felsklotz, der sich einige Hundert Meter aus dem umliegenden Plateau erhebt wurde uns für die nächsten Tage ein Bezugspunkt, der bis zum Abend deutlich näher rückte. Auch heute hielten wir nicht nahe Litlos, einer sehr großen Hütte am Litlosvatnet, sonder wanderten noch bis spät in den Abend um möglichst nahe an den Harteigen heran zu kommen.

3.Tag: Litlos-Torehytten

Da wir gestern noch ziemlich weit gekommen waren, gelangten wir bereits am Vormittag zum Harteigen, der höchsten Erhebung in der Vidda. Wie eine Festung wächst der Fels fast senkrecht aus dem Boden, und gäbe es nicht eine Rinne, wäre wohl eine Kletterausrüstung nötig um ihn zu besteigen. So ließen wir unsere Rucksäcke am beginn der Rinne zurück und begannen einen extrem steilen Aufstieg der im letzten Teil in eine leicht Kletterei überging.

Dabei trafen wir sehr gute Bedingungen an, da unser Führer von einem vereisten Schneefeld sprach, das normalerweise übers Jahr anzutreffen ist, das aber 2001 bereits Mitte Juli geschmolzen war. So erreichten wir den Gipfel ohne groß Schwierigkeiten und genossen die fantastische Aussicht, die sich über die Vidda bot. Leider begann das Wetter umzuschlagen, so dass wir nicht sehr lange am Gipfel verweilen konnten, und kaum waren wir wieder bei den Rucksäcken begann es sintflutartig zu schütten. Der ganze Guss dauerte allerdings nur eine halbe Stunde die wir unter einem Felsblock zubrachten um am Nachmittag an der Torehtten vorbei schon ein gutes Stück Richtung Stavali zu wandern.

4.Tag: Torehytten-Stavali

Mit dieser vorletzten Etappe begann der kaum merklich Abstieg zurück zum Meer, da sie uns von 1400 auf 1000 Meter brachte. Den ganzen Tag über folgten wir der T Markierung Richtung Stavali und kamen dabei an etlichen Seen vorbei. Gegen den Nachmittag sahen wir dann auch mehrere kleinen Hütten, die nicht unähnlich unseren Almen teilweise bewirtschaftet waren. Leider war das Wetter am Abend scheußlich und da es nicht aufhörte zu regen mussten wir unser Zelt knapp nach Stavali im Regen aufbauen.

Da dies das einzige Mal war, und das am letzten Abend, waren wir mit den Wetterbedingungen äußerst zufrieden, da es in der Hardanger Vidda selbst im Sommer zu Schneestürmen kommen kann.

5.Tag: Stavali-Kinsarvik

Als wir heute los marschierten zeigte es sich, dass wir gestern gut daran getan hatten nicht noch weiter zu gehen, denn die restlichen 1000 Höhenmeter die noch übrig blieben führten in mehreren steilen Abbrüchen ans Meer, und der erste begann bald nach unserem Lagerplatz. Da der Weg dabei einem Flusstal folgt, boten sich uns an jeder der Stufen herrliche Ausblicke auf die Wasserfälle. In der Früh mussten wir uns dabei den Weg mehr durch den Nebel, der vom Fjord herauf zog, erahnen, aber als die Sonne dann schließlich durchbrach wurde es ein herrlicher Tag.

Je weiter wir durch das Tal hinaus kamen, um so mehr Menschen trafen wir wieder, die von Kinsarvik aus einen Tagesausflug zu den Wasserfällen unternommen hatte. Die letzte Stufe legten wir nicht auf der Forststrasse wie eigentlich vorgesehen zurück, sondern mein Bruder fand einen alten Weg der direkt am Wasserfall in die Tiefe führte und zu einem der schönsten Abschnitte dieser Tour wurde. Gegen Mittag erreichten wir schließlich Kinsarvik wo wir unser Auto geparkt hatten.

<-- Jotunheimen National Park


   

 

Karte

 

-> Jotunheimen Teil 2
-> Hardanger Vidda


 

Camperreise in Norwegen 1992