____Schwingis Reisen

Schweiz 2002












Allalinhorn und Alphubel vom Lagginhorn



























Allalinhorn vom Alphubel



























Sonnenaufgang hinter dem Lagginhorn



























Weissmies vom Lagginhorn



























Am Gipfelgrad des Weissmies
   

Diese Tour haben mein Bruder und ich im Sommer 2002 gemacht. Dabei handelte es sich mehr um eine Bergtour, als um eine Reise, denn wir haben in einer Woche 4 Viertausender im Saas Tal bestiegen und der Camper hat mehr zum Anfahren als zum Herumfahren gedient.

Anreise:
Von Brixen aus war es für uns das beste, vor allem aber auch das einfachst über Mailand und den Lago Maggiore anzureisen. Mit der neuen Autobahn kommt man mittlerweilen enorm schnell nach Dormodossola von wo aus es nicht mehr weit in die Schweiz ist. Über den Simplon Pass fuhren wir ins Saas Tal in den Waliser Alpen. Neben Zermatt zählen seine Ortschaften zu den besten Ausgangspunkten für Touren in diesem Gebiet.

Gleich am Anfang zwei nützliche Tips, welche die Tour etwas weniger stressig machen:

  • Auch wenn man sagt, dass man meistens ohne Probleme einen Lager auf den Hütten bekommt, bei schönem Wetter und am Wochenende unbedingt vorreservieren, denn wir mussten unsere Pläne mehrmals ändern da alles voll war.
  • Dass die Schweiz ein teures Pflaster ist, dürfte ja hinlänglich bekannt sein, aber dass das Geld schneller verschwindet als man hinsieht, das war uns neu. Hütten und Seilbahnen, die man nun mal leider braucht, kosten fast das Doppelte als in Südtirol, und jedes Nest verlangt hohe Parkgebühren. Also viele Fränkli mitnehmen, sonst wird man bald ohne dastehen (was nicht heißen soll, dass man nicht auch Euros akzeptiert).

Nach diesen zwei unangenehmen Erfahrungen, die wir gleich am Anfang unserer Tour machen mussten, entwickelte sich der Aufenthalt zu einem der tollsten überhaupt, die ich bis jetzt gemacht habe.

 

Alphubel (4208 m) und Allalinhorn (4080 m)

Noch am Tag unserer Anfahrt fuhren wir von Saas Fee aus mit der Seilbahn zur Langflü Hütte hinauf, wo wir noch einen Lager ergattert hatten. Nach einer erholsamen Nacht machten wir uns um fünf auf den Weg zum Alphubel. Glücklicherweise kamen wir vor den meisten geführten Gruppen weg, so dass wir am Gletscher selber nicht mehr all zuviel Verkehr hatten.

Der Anstieg erfolgt von der Hütte fast gänzlich im Eis, das nach anfänglichen Spalten eine ziemlich geschlossene Fläche bot. Vor dem Gipfelhang zweigt eine Spur nach Süden, um dann über den Südgrad zum Gipfel aufzusteigen. Allerdings ist diese Route genau so steil und stärker begangen da hier auch die Leute von der Tätsch Hütte aufsteigen. Der Gipfel selbst, den wir nach 4 Stunden erreichten, ist eigentlich recht enttäuschend, da es sich um eine Schneekuppe handelt auf der man sich den höchsten Punkt suchen muss. Aber die Aussicht entschädigt dann für alles. Bei schönem Wetter (wir hatten nur strahlenden Sonnenschein) reicht sie von der Monte Rosa Gruppe im Süden übers Matterhorn bis zum Mont Blanche. Im Norden erhebt sich nahe weitere 300 Meter der Dom, welcher der höchste ganz Schweizer Berg ist.
Nachdem wir die Aussicht genossen hatten, stiegen wir über den bereits erwähnten Südgrad ab ins Alphubel Joch. Dort querten wir nach Süden über den Gletscher und wollten dann über einen Felsgrad (II) ins Feejoch hinuter. Als wir allerdings zum Grad kamen verschlug es uns zuerst mal die Sprache, da dieser nach kurzem Balance Akt ziemlich senkrecht abbrach. Nach eingehender Untersuchung fand sich dann allerdings doch ein relativer einfacher Abstieg über den wir ins Feejoch kamen (ca. 2 h vom Gipfel).

Ursprünglich wollten wir von hier aus bereits wieder absteigen, um das Allalinhorn Tags darauf über den Ostgrad von der Brittania Hütte aus zu besteigen. Da wir dort aber keinen Platz bekommen hatten, entschlossen wir uns über den Normalweg noch am selben Tag zum Gipfel aufzusteigen. Dieser kann vom Feejoch über eine breite Autobahn in einer Stunde erreicht werden. Da es schon etwas später war, trafen wir am Gipfel nicht mehr all zu viele Leute und konnten den Blick zurück auf den Alphubel noch mal so richtig genießen.

Vom Feejoch, wo wir unsere Rucksäcke liegen lassen hatten war es dann nicht mehr all zu weit bis zur Bergstation der Metro die uns zurück ins Tal brachte (Vorsicht! Metro geht nur bis zur Mittelstation, wo man ein neues Ticket lösen muss! 26+26 Franken).

Da wir in den zwei Tagen in Saas Fee schon die Hälfte unseres geplanten Geldes ausgegeben hatten, entschlossen wir uns in Saas Grund am Campingplatz zu übernachten, da wir uns nach einer warmen Dusche sehnten.

 

Lagginhorn (4008 m)

Nachdem die erste Tour doch recht anstrengend war suchten wir uns tags darauf nur einen Hüttenanstig aus. Dieser brachte uns von Saas Grund recht gemütlich zur Weissmies Hütte in den östlichen Walliser Alpen. Leider waren wir schon recht spät dran, ansonsten hätten wir noch den neuen Klettersteig aufs Jägihorn ausprobiert, so genossen wir einfach die Sonne auf der hoffnungslos überfüllten Hütte (wir schliefen im Winterraum!).

Um dem Massenstart in der Früh zu entgehen, entschlossen wir uns etwas länger liegen zu bleiben. Dies entpuppte sich rückblickend allerdings als Fehler, da wir dadurch keinen Lampen mehr folgen konnten, und so am falschen Steig landeten, der uns über die Hochsaas Hütte, führte die wir ursprünglich erst am Rückweg erreichen wollten. Dennoch war der Anstieg, der nur kurz über einen Gletscher (mehr Schneefeld) führte, recht interessant, denn wir folgten dem Ostgrad, der ab und zu leicht Kletterei und unter dem Gipfel ein extrem steiles Schneefeld bot.

Als wir den Gipfel (5 h) erreichten kamen uns auch etliche Gruppen vom Fletschhorn entgegen, die ein äußerst verlockende Überschreitung machten. Nach ausgiebigem Gipfelgenuss, mit Blicken zum Dom, Aaletschgletscher und Ortler ging es dann den selben Weg zurück zur Hochsaas Hütte, die auch Bergstation einer Seilbahn ist.

 

Weissmies (4028 m)

Diesmal versuchten wir den umgekehrten Weg und kamen schon vor allen anderen weg. Damit hatten wir zwar wieder keine Lichter vor uns, aber dieser Anstieg ist viel einfacher und fast gänzlich von der Hütte einsehbar. Er führt zunächst horizontal über den Gletscher und klettert dann ziemlich steil eine Schneefeld hinauf. Dabei hat man immer wieder tolle Blicke auf gewaltigen Brüchen denen man lieber nicht zu nahe kommen möchte.

Nachdem dies unser vierte Gipfel war hatten wir beide schon einige Kondition und errichten den Gipfel schon nach zwei Stunden. Noch einmal genossen wir das Panorama, allerdings ging diesmal ein ziemlicher Wind, so dass wir bald den Abstieg über den Südgrat zum Zwischenbergpass begannen. Auch hier gab es wieder leichte Kletterei, die allerdings durch entgegenkommende Gruppen immer wieder verzögert wurde. Nach einer Rast auf der Almagell Hütte ging es dann über die Hänge ins Tal nach Saas Almagel und dort dem Bach entlang bis nach Saas Grund zurück zum Auto.

Nach diesen tollen Touren tat es uns beiden schrecklich leid wieder heim fahren zu müssen, wieder über den Simplon Pass und Mailand führte.


   

 

 

 

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